Geschäftsprozesse automatisieren

RPA Robotic Process Automation

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Die Automatisierung von Geschäftsprozessen erfasst nun auch immer mehr die Verwaltung. Bots übernehmen dort zunehmend das Kommando mit dramatischen Folgen für die Beschäftigten. Roboter tauchen bisher vor allem in der Produktion auf. Nach Angaben des IFR International Federation of Robotics waren 2021 weltweit 435.000 Industrieroboter im Einsatz. Bis 2024 sollen es 520.000 sein, davon dann 370.000 in Asien, 77.000 in Europa und 60.000 in Amerika. Aber auch in den Privathaushalten sind bereits knapp 50 Millionen Roboter im Einsatz. 

Im Vergleich zu klassischen Robotern arbeiten in Verwaltungsprozessen eingesetzte Bots als Computerprogramme eher unsichtbar. Das US-Unternehmen UiPath hat z. B. eine Software entwickelt, die im Hintergrund die Arbeitsschritte von Sachbearbeitern verfolgt, aufzeichnet und selbst lernt, um dann die Augaben eigenständig zu erledigen. RPA wird vor allem die administrativen Aufgaben in den Unternehmen stärker verändern als wir uns das heute vorstellen können. Die typischen Stellen für kaufmännische und technische Sachbearbeitung fallen zukünftig sukzessive weg.

  • Kundenservice: Bots übernehmen in Call Centern zunächst Routine- und Standardanfragen. Da Programme mit Künstlicher Intelligenz mit jeder Aktion lernen, können sie immer komplexere Aufgaben übernehmen. Bei jungen Kunden sind Instant Messanger wie WhatsApp immer beliebter. Bots müssen daher auch über diese Medien verfügbar sein. 
  • Buchführung: Das papier- und beleglose Büro ist auf dem Vormarsch. Rechnungen werden elektronisch versandt und von Dienstleistern eingescannt. Programme erkennen die Inhalte und buchen automatisch. Auch Finanzämter und Wirtschaftsprüfer rüsten mit Spezialprogrammen auf, um Fehler und Schwachstellen in der Buchführung mit Algorithmen aufzuspüren. Arbeitszeiten werden über das Smartphone erfasst und direkt an die Lohnbuchhaltung weitergeleitet.
  • Sachbearbeitung: In Versicherungen übernehmen bereits Programme die Schadenabwicklung. Durch Big Data erkennen sie Muster besser als Menschen. IT-Systeme arbeiten 24 Stunden ohne Urlaub. Kunden platzieren ihren Auftrag online und setzen automatisierte Prozesse der Auftragsabwicklung in Gang. Die Digitalisierung macht es möglich, dass Prozesse wie Antragsbearbeitung, Risikoprüfung, Schadensbearbeitung und Plausibilitätsprüfungen von intelligenter Software kostengünstiger und schneller bearbeitet werden.
  • Cloud-Services: Unternehmen wie Amazon, Google, Apple, Dropbox, aber auch deutsche Rechenzentren bieten immer mehr Services in der Cloud, die eine bessere Zusammenarbeit der Mitarbeiter untereinander und mit Kunden ermöglichen (Kollaboration). Durch die Nutzung von Cloud-Software entfallen der Kauf und die dezentrale Pflege von Unternehmenssoftware. Das spart nicht nur Sachkosten, sondern auch Mitarbeiter.
  • Arbeitstools: Daneben gibt es viele nützliche Apps für Smartphones und Tablets, die das tägliche Arbeiten in der digitalen Welt erleichtern (z. B. Slack).

Tech-Experten schätzen, dass durch RPA bis zu 45 Prozent aller Jobs zukünftig wegfallen werden. Das könnte zu sozialen Verwerfungen und Unruhen führen, wenn die Politik und Unternehmen dafür keine Lösungen finden. 

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